Landwirtschaft im Einklang mit der Natur: Sachsen kann mehr tun für Direktvermarkter und Hofneugründungen durch Junglandwirte

Eine Reihe von Anregungen und Wünschen nimmt Volkmar aus seinem heutigen Gespräch mit Familie Nestler auf ihrem Hof im erzgebirgischen Breitenbrunn mit. Als Direktvermarkter ihrer eigenen Erzeugnisse würde es Birgit Nestler begrüßen, wenn der Freistaat mehr für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten tun würde. Denn noch stehen kleine Landwirtschaftsbetriebe wie ihrer beinahe allein auf weiter Flur. Staatlich anerkannte Regionalsiegel könnten ein Weg sein, um regional erzeugte Produkte besser vertreiben zu können. Darüber hinaus regt Jörg Nestler an, dass das massive Ungleichgewicht zu großindrustriellen Agrarbetrieben – die oft staatlich subventionierte Wettbewerbsvorteile genießen – ein Ende hat. Als Schlüssel dazu sehen unser GRÜNER Spitzenkandidat und Jörg Nestler die aktive Förderung von Hofneugründungen durch Junglandwirte. Eine mögliche Maßnahme, die wir GRÜNE in unserem Programm zusätzlich vorschlagen ist der Aufkauf der restlichen BVVG-Flächen durch den Freistaat, um diese dann günstig an Junglandwirte abzugeben. Die Förderung kleinerer und mittlerer Betriebe nutzt – so zeigt das Beispiel der Familie Nestler – Arbeitsplatzpotentiale vor Ort und schont durch eine möglichst naturnahe Bearbeitung den Boden als Lebensgrundlage von uns allen.

Der Landwirtschaftsbetrieb Nestler in Rittersgrün ist ein Familienbetrieb auf über 800 Meter Höhenlage und mit rund 145 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Neben Rinderzucht betreibt Familie Nestler vor allem auch Milchproduktion. Die Flächen werden nach dem sächsischen Agrarumweltprogramm (AUW) bewirtschaftet, so dass nach über 25 Jahren wieder zunehmend seltene Pflanzen heimisch werden. Der Rittersgrüner Bauernhof ist einer der wenigen in der Region, der seine selbst hergestellten Produkte – die ohne künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker auskommen – als Direktvermarkter vertreibt.

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